Projekt: 'Brundibar 2011'
Kinderoper von Hans Krása
Premiere: Sa. 28. und So. 29.
Mai 2011 jeweils um 17 Uhr
in der Nordseeakademie in Leck
Brundibár
Und so beginnt die Geschichte:
Zwei
Kinder leben in der ärgsten Armut. Sie suchen eine Möglichkeit Milch
für ihre
kranke Mutter und sich selber zu bekommen. Auf der Straße sehen sie,
wie
Brundibár, ein "Leierkastenmann" von den Vorüberziehenden ein ums
andere Geldstück bekommt. Da sie nicht stehlen wollen, versuchen sie es
mit
Singen. Sie werden ausgelacht, auch Brundibár verjagt sie. Er ist
derjenige
welcher hier die Menschen anzieht. Die beiden Kinder schlafen ein, eine
Katze, ein Hund und ein Spatz kommen und wollen ihnen helfen. Sie holen
alle
anderen Kinder, üben das Singen, und siehe da, am nächsten Tag will
niemand
mehr Brundibár hören, alle Leute kommen und hören ihrem Gesang zu. Die
Geldstücke fallen nun in den Hut des Knaben, und alles scheint gut zu
werden.
Da kommt Brundibár, stiehlt den Hut mit dem Geld und rennt davon. Alle
Kinder
und die Tiere helfen nun, Brundibár einzufangen. Am
Schluss siegen die, die einander helfen, was auch die Botschaft der
Oper ist.
Hans Krása
komponierte die Kinderoper Brundibár (zu deutsch: „Die Hummel“) zu
einem Text
von Adolf Hoffmeister 1938. Sie wurde 1941 im
jüdischen Kinderheim in Prag
uraufgeführt. Nach seiner Depor-tation in das KZ
Theresienstadt schrieb Hans Krása die Partitur
erneut nieder, da er sie nicht hatte mitnehmen können In
Theresienstadt wurde die Oper 55 mal gespielt und gab damit den
teilnehmenden
Kindern ein Stück Normalität und Freude zurück.
Leitung: Rainer Rafalsky
und Ingrid Sievers
Leichte Oper mit schwerer Geschichte

Nordfriesland – An einer Kinderoper der anderen Art probt derzeit das Projekt „Singen tut gut“ des Kirchenkreises Nordfriesland. „Brundibár“ heißt das Stück vom tschechisch-deutschen Komponisten Hans Krása, das 1941 in Prag uraufgeführt wurde. Es ist ein besonderes Werk: Vordergründig kommt es leichtfüßig und optimistisch daher. Aber im Hintergrund steht seine schwere Geschichte: Im KZ-Theresienstadt wurde die Oper 55 mal gespielt und gab damit den teilnehmenden Kindern ein Stück Normalität und Freude zurück. Die Rollen mussten immer wieder neu besetzt werden, da viele der Darsteller in Vernichtungslager deportiert wurden. Hans Krása und fast alle Ausführenden wurden in Auschwitz ermordet.
Bei der Kinderoper Brundibár geht es um die Geschwister Pepíček und Aninka. Sie brauchen Milch für ihre kranke Mutter, aber sie haben kein Geld. Darum beschließen sie, es dem Leierkastenmann nachzutun: Sie stellen sich auf den Markt und singen. Doch Brundibár vertreibt die Konkurrenten. Ein Spatz, eine Katze und ein Hund kommen den Kindern zu Hilfe. Sie mobilisieren die Schulkinder und Gemeinsam gelingt es ihnen mit schönem Gesang die erforderlichen Münzen aufzutreiben. Aber Brundibar stiehlt sie ihnen. Schließlich überwältigen sie den Leierkastenmann und erobern das Geld für die Mutter zurück. Das Finale der Oper besteht in einem triumphalen Marsch, der an das bedingungslose Zusammenhalten von Freunden appelliert.
„Das Stück ist topaktuell“, sagt dazu Rainer Rafalsky, Leiter des Projekts, der das Stück gemeinsam mit Musikpädagogin Ingrid Sievers einübt. Gut 30 Kinder und Jugendliche beteiligen sich an den Proben, bereits im Oktober vergangenen Jahres hat die Beschäftigung mit Brundibár begonnen. Jetzt erhält die Aufführung mithilfe von Theaterpädagogin Gunhild Walter den letzten Schliff. Aktuell sei das Stück mit Blick auf die Geschehnisse in Ägypten und Lybien, erklärt Rafalsky. Die Kinder hätten selbst die Parallele zu den armen Menschen dort gezogen, die gemeinsam gegen die Gewaltherrschaft auf die Straße zogen. Inhaltlich unterstützt Karin Penno-Burmeister von der KZ-Gedenkstätte Ladelund die Arbeit.
Ende Mai ist es soweit: Am Sonnabend, 28. Mai, sind Aufführungen um 17 und 18.30 Uhr geplant. Am darauffolgenden Sonntag (29.) stehen die Kinder noch einmal um 17 Uhr auf der Bühne der Nordsee-Akademie in Leck. Weil die Plätze begrenzt sind, bittet Rainer Rafalsky um Vorbestellungen unter 04662/5762. Begleitend zum Stück hat Karin Penno-Burmeister eine Ausstellung über die Hintergründe im Foyer vorbereitet. Das Ensemble kann übrigens auch gebucht werden: „Wir würden es gerne noch öfter aufführen“, sagt Rainer Rafalsky.
Text und Bild: Inke Raabe am 14.Mai 2011
